Die Suchbegriffe sind nach Anfangsbuchstaben sortiert. Es werden dazu mehr oder weniger kurze Informationen zu wichtigen Begriffen aus der Klimabildung bereitgestellt. Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für weitergehende Informationen bzw. in die Tiefe gehenden Wissen, nutze die bekannten, seriösen Suchmaschinen!
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Albedo
Albedo – Maß für das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche; hohe Albedo bedeutet mehr Reflexion von Sonnenlicht.
Die Albedo ist das Maß für das Reflexionsvermögen einer Oberfläche. Sie gibt an, welcher Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung von einer Fläche reflektiert wird, anstatt absorbiert zu werden. Die Albedo wird als Wert zwischen 0 und 1 angegeben:
• Albedo = 0 bedeutet, dass die gesamte Strahlung absorbiert wird (z. B. bei einer vollkommen schwarzen Fläche).
• Albedo = 1 bedeutet, dass die gesamte Strahlung reflektiert wird (z. B. bei frischem Schnee oder Eis).
Typische Albedo-Werte verschiedener Oberflächen:
• Frischer Schnee: 0,8 – 0,9 (sehr hohe Reflexion)
• Wolken: 0,4 – 0,8 (je nach Dicke und Art)
• Wüsten (Sandflächen): 0,3 – 0,5
• Grasland und Wälder: 0,1 – 0,25
• Wasser: 0,05 – 0,1 (abhängig vom Sonnenstand)
• Asphalt oder dunkler Boden: 0,05 – 0,15 (sehr geringe Reflexion, starke Absorption)
Bedeutung der Albedo für das Klima:
• Hohe Albedo (z. B. Eis- und Schneeflächen) führt zu einer stärkeren Reflexion der Sonnenstrahlung, was die Erdoberfläche abkühlt.
• Niedrige Albedo (z. B. dunkle Böden, Ozeane) bedeutet, dass mehr Sonnenenergie absorbiert wird, was zur Erwärmung beiträgt.
• Rückkopplungseffekt: Durch die globale Erwärmung schmelzen Eisflächen, wodurch die Albedo sinkt und mehr Sonnenlicht absorbiert wird – dies verstärkt die Erwärmung weiter.
Die Albedo ist also ein wichtiger Faktor im Energiehaushalt der Erde und spielt eine zentrale Rolle im Klimawandel. 🌍
AMOC
Die Atlantische Umwälzströmung (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) transportiert warme Wassermassen aus den Tropen an der Meeresoberfläche nach Norden und kaltes Wasser am Meeresboden nach Süden, was für die relativ milden Temperaturen in Europa von großer Bedeutung ist. Außerdem beeinflusst sie Wettersysteme weltweit. Ein möglicher Zusammenbruch dieses Meeresströmungssystems könnte daher schwerwiegende Folgen haben.
Die AMOC ist eines der wichtigsten Zirkulationssysteme unseres Planeten. Bereits aus aus einigen Computersimulationen und aus Daten der Erdvergangenheit ist bekannt, so genannten Paläoklima-Proxy-Records, dass die AMOC neben dem aktuellen starken Zustand auch einen alternativen, wesentlich schwächeren Zustand einnehmen kann. Diese Bi-Stabilität bedeutet, dass grundsätzlich auch abrupte Übergänge zwischen den beiden Zirkulationsmodi möglich sind.
Wie der Klimawandel die Tiefenzirkulation beeinflusst:
Mit dem Klimawandel ändern sich allerdings zwei wichtige Faktoren in den Regionen der Tiefenwasserbildung, die von entscheidender Bedeutung für dieses Absinken sind:
Die Lufttemperatur: Sie steigt, wodurch der Ozean weniger Wärme an die Atmosphäre abgeben kann. Das Wasser bleibt wärmer und damit leichter.
Der Salzgehalt: Grosse Teile des grönländischen Eisschilds schmelzen. Das Schmelzwasser fliesst ins Meer. Ausserdem, gibt es aufgrund der wärmeren Atmosphäre mehr Niederschlag. Beides bringt mehr Süsswasser in den Ozean, wo es den Salzgehalt des Wassers verdünnt und es ebenfalls leichter macht.
Diese Faktoren sorgen dafür, dass weniger Wasser in die Tiefe sinkt und die Thermohaline Zirkulation vor allem im Nordatlantik schwächer wird. Das bedeutet wiederum, dass weniger salzhaltiges Wasser aus dem Süden in den Nordatlantik gelangt. Dadurch wird die Strömung weiter geschwächt. Die Forschung hat gezeigt, dass es möglich ist, dass die Zirkulation unter bestimmten Umständen sehr schwach werden oder ganz zum Erliegen kommen («kollabieren») könnte. Rekonstruktionen des Klimas der Vergangenheit deuten darauf hin, dass abrupte Klimaschwankungen während der vergangenen Kaltzeit mit starken Änderungen der thermohalinen Zirkulation einhergingen.
Folgen einer Abschwächung der Zirkulation im Atlantik
Eine Verlangsamung der Zirkulation hat wiederum Einfluss auf unser Klima. Durch eine verminderte Zufuhr von warmem subtropischen Wasser, kühlt der Nordatlantik ab. Schon heute wird eine lokale Abkühlung des Nordatlantiks beobachtet. Wenn das Wasser kühler ist, gibt es in der Folge weniger Verdunstung und dadurch weniger Niederschlag über Europa.
Durch die Veränderung der Wärmeverteilung können auch gross-skalige Wettersysteme beeinflusst werden, so zum Beispiel der indische Monsun oder Niederschlag über der Sahel-Zone. Des Weiteren führt eine schwächere Strömung entlang der Ostküste Amerikas zu einem Anstieg des Meeresspiegels in dieser Region. Zusätzlich führt eine Verlangsamung der thermohalinen Zirkulation zu einer verminderten CO2-Aufnahme der Ozeane, da dieses in geringeren Mengen in die Tiefen des Ozeans transportiert wird.
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