Die Suchbegriffe sind nach Anfangsbuchstaben sortiert. Es werden dazu mehr oder weniger kurze Informationen zu wichtigen Begriffen aus der Klimabildung bereitgestellt. Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für weitergehende Informationen bzw. in die Tiefe gehenden Wissen, nutze die bekannten, seriösen Suchmaschinen!
A
Albedo
Albedo – Maß für das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche; hohe Albedo bedeutet mehr Reflexion von Sonnenlicht.
Die Albedo ist das Maß für das Reflexionsvermögen einer Oberfläche. Sie gibt an, welcher Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung von einer Fläche reflektiert wird, anstatt absorbiert zu werden. Die Albedo wird als Wert zwischen 0 und 1 angegeben:
• Albedo = 0 bedeutet, dass die gesamte Strahlung absorbiert wird (z. B. bei einer vollkommen schwarzen Fläche).
• Albedo = 1 bedeutet, dass die gesamte Strahlung reflektiert wird (z. B. bei frischem Schnee oder Eis).
Typische Albedo-Werte verschiedener Oberflächen:
• Frischer Schnee: 0,8 – 0,9 (sehr hohe Reflexion)
• Wolken: 0,4 – 0,8 (je nach Dicke und Art)
• Wüsten (Sandflächen): 0,3 – 0,5
• Grasland und Wälder: 0,1 – 0,25
• Wasser: 0,05 – 0,1 (abhängig vom Sonnenstand)
• Asphalt oder dunkler Boden: 0,05 – 0,15 (sehr geringe Reflexion, starke Absorption)
Bedeutung der Albedo für das Klima:
• Hohe Albedo (z. B. Eis- und Schneeflächen) führt zu einer stärkeren Reflexion der Sonnenstrahlung, was die Erdoberfläche abkühlt.
• Niedrige Albedo (z. B. dunkle Böden, Ozeane) bedeutet, dass mehr Sonnenenergie absorbiert wird, was zur Erwärmung beiträgt.
• Rückkopplungseffekt: Durch die globale Erwärmung schmelzen Eisflächen, wodurch die Albedo sinkt und mehr Sonnenlicht absorbiert wird – dies verstärkt die Erwärmung weiter.
Die Albedo ist also ein wichtiger Faktor im Energiehaushalt der Erde und spielt eine zentrale Rolle im Klimawandel. 🌍
AMOC
Die Atlantische Umwälzströmung (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) transportiert warme Wassermassen aus den Tropen an der Meeresoberfläche nach Norden und kaltes Wasser am Meeresboden nach Süden, was für die relativ milden Temperaturen in Europa von großer Bedeutung ist. Außerdem beeinflusst sie Wettersysteme weltweit. Ein möglicher Zusammenbruch dieses Meeresströmungssystems könnte daher schwerwiegende Folgen haben.
Die AMOC ist eines der wichtigsten Zirkulationssysteme unseres Planeten. Bereits aus aus einigen Computersimulationen und aus Daten der Erdvergangenheit ist bekannt, so genannten Paläoklima-Proxy-Records, dass die AMOC neben dem aktuellen starken Zustand auch einen alternativen, wesentlich schwächeren Zustand einnehmen kann. Diese Bi-Stabilität bedeutet, dass grundsätzlich auch abrupte Übergänge zwischen den beiden Zirkulationsmodi möglich sind.
Wie der Klimawandel die Tiefenzirkulation beeinflusst:
Mit dem Klimawandel ändern sich allerdings zwei wichtige Faktoren in den Regionen der Tiefenwasserbildung, die von entscheidender Bedeutung für dieses Absinken sind:
Die Lufttemperatur: Sie steigt, wodurch der Ozean weniger Wärme an die Atmosphäre abgeben kann. Das Wasser bleibt wärmer und damit leichter.
Der Salzgehalt: Grosse Teile des grönländischen Eisschilds schmelzen. Das Schmelzwasser fliesst ins Meer. Ausserdem, gibt es aufgrund der wärmeren Atmosphäre mehr Niederschlag. Beides bringt mehr Süsswasser in den Ozean, wo es den Salzgehalt des Wassers verdünnt und es ebenfalls leichter macht.
Diese Faktoren sorgen dafür, dass weniger Wasser in die Tiefe sinkt und die Thermohaline Zirkulation vor allem im Nordatlantik schwächer wird. Das bedeutet wiederum, dass weniger salzhaltiges Wasser aus dem Süden in den Nordatlantik gelangt. Dadurch wird die Strömung weiter geschwächt. Die Forschung hat gezeigt, dass es möglich ist, dass die Zirkulation unter bestimmten Umständen sehr schwach werden oder ganz zum Erliegen kommen («kollabieren») könnte. Rekonstruktionen des Klimas der Vergangenheit deuten darauf hin, dass abrupte Klimaschwankungen während der vergangenen Kaltzeit mit starken Änderungen der thermohalinen Zirkulation einhergingen.
Folgen einer Abschwächung der Zirkulation im Atlantik
Eine Verlangsamung der Zirkulation hat wiederum Einfluss auf unser Klima. Durch eine verminderte Zufuhr von warmem subtropischen Wasser, kühlt der Nordatlantik ab. Schon heute wird eine lokale Abkühlung des Nordatlantiks beobachtet. Wenn das Wasser kühler ist, gibt es in der Folge weniger Verdunstung und dadurch weniger Niederschlag über Europa.
Durch die Veränderung der Wärmeverteilung können auch gross-skalige Wettersysteme beeinflusst werden, so zum Beispiel der indische Monsun oder Niederschlag über der Sahel-Zone. Des Weiteren führt eine schwächere Strömung entlang der Ostküste Amerikas zu einem Anstieg des Meeresspiegels in dieser Region. Zusätzlich führt eine Verlangsamung der thermohalinen Zirkulation zu einer verminderten CO2-Aufnahme der Ozeane, da dieses in geringeren Mengen in die Tiefen des Ozeans transportiert wird.
Anthropogener Klimawandel
Anthropogener Klimawandel – Vom Menschen verursachte Veränderungen des Klimas durch Emissionen von Treibhausgasen.
B
Biodiversität
Die Vielfalt des Lebens auf der Erde, von Genen über Arten bis zu Ökosystemen, auch Artenvielfalt.
Biosphärenreservat
Der Begriff „Biosphärenreservat“ ist zusammengesetzt aus „Biosphäre“ (Lebensraum) und „-reservat“ (von reservare = bewahren). Es geht also darum, Lebensräume zu bewahren, und zwar besonders wertvolle und schützenswerte.
Im Gegensatz zu Biosphärenreservaten, die den Erhalt und Schutz der durch Menschen geprägten Kulturlandschaft anstreben, werden Nationalparks zum Schutz einer natürlichen Dynamik ausgewiesen. Im Nationalpark soll sich die Natur ohne menschlichen Einfluss entwickeln.
Blaualgen
Blaualgen (Cyanobakterien) vermehren sich aufgrund von Überdüngung – primär durch Phosphor- und Stickstoffeinträge aus der intensiven Landwirtschaft und Abwässern – massenhaft, was zu einer gefährlichen Eutrophierung von Gewässern führt
. Hohe Temperaturen begünstigen dies zusätzlich. Die Folge sind Algenblüten, Sauerstoffmangel, Fischsterben und gesundheitsschädliche Toxine.
Ursachen: Der hohe Nährstoffgehalt stammt oft aus Düngemitteln, die über Felder ausgewaschen werden, sowie aus Waschmittelrückständen.
Auswirkung: Blaualgen bilden eine grüne, ölige Schicht auf dem Wasser.
Gefahren: Sie produzieren Giftstoffe (Toxine), die bei Kontakt oder Verschlucken zu Hautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen können.
Lösung: Die Nährstoffzufuhr, besonders Phosphat, muss drastisch reduziert werden, wofür internationale Abkommen und ein nachhaltigerer Umgang mit Dünger nötig sind.
Die Problematik verschärft sich durch den Klimawandel, da höhere Wassertemperaturen (> (20^{circ }C)) das Wachstum zusätzlich fördern
Brutto-Null-Emissionen
Ein Zustand, in dem verbleibende Emissionen durch Entnahme aus der Atmosphäre ausgeglichen werden.
C
CO₂-Kompensation
Maßnahmen zur Reduktion oder Neutralisierung von CO₂-Emissionen, z. B. durch Aufforstung.
CO2-Senken
CO2-Senken (natürlich wie Wälder/Moore, technisch wie
DAC) entziehen der Atmosphäre aktiv Kohlendioxid und speichern es. Maßnahmen zur Förderung umfassen Wiederaufforstung, Moorschutz, Stärkung von Meeresökosystemen (Seegras) sowie die Abscheidung und Speicherung unter der Erde (CCS).
Wichtige Ansätze zur CO2-Senkung und -Speicherung:
Natürliche Senken stärken:
Wälder & Moore: Bäume und Moore binden Kohlenstoff; ihr Schutz ist essenziell.
Marine Ökosysteme: Seegraswiesen, Mangroven und Salzmarschen sind hochproduktive Speicher ("Blue Carbon").
Boden: Gesunde Böden können mehr Kohlenstoff speichern.
Technische Möglichkeiten (Negativemissionen):
Direct Air Capture (DAC): Filteranlagen saugen CO2 direkt aus der Umgebungsluft.
CCS (Carbon Capture and Storage): CO2 wird aus industriellen Quellen abgeschieden und unterirdisch, z.B. in der Nordsee, gelagert.
Die Erhaltung bestehender und die Schaffung neuer Senken ist entscheidend, um den Klimawandel zu verlangsamen, da sie den anthropogenen Treibhauseffekt abschwächen.
D
Dekarbonisierung
Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft durch Reduzierung fossiler Brennstoffe.
E
Elektromobilität
Elektromobilität beschreibt die Beförderung von Personen und Gütern mithilfe elektrischer Antriebe. Die zum Antrieb benötigte elektrischer Energie wird von außen zugeführt (z. B. per Stromschiene) oder in einer Antriebsbatterie im Fahrzeug mitgeführt. Die Stromversorgung über Kabel, insbesondere über Oberleitungen bei Zügen, ist seit ca. 100 Jahren etabliert. Fahrzeuge, die das „Kraftwerk“ an Bord haben, wie dieselelektrische Lokomotiven oder Hybridelektrokraftfahrzeuge, werden aufgrund der lokalen Emissionen nicht als vollwertig elektromobil betrachtet. Als möglichst lautlose und abgasfreie Energiespeicher wurden Bleibatterien auf Bleibasis, Druckluftspeicher, Schwungradspeicher u. ä. ausprobiert, aber erst der Lithium-Ionen-Akkumulator konnte zunächst Unterhaltungselektronik (1990er Jahre) und dann auch PKW kommerziell erfolgreich rein elektrisch antreiben.
Die Elektromobilität gilt als zentraler Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems auf Basis erneuerbarer Energien,[1] wie es mit der Verkehrswende angestrebt wird. Gemäß Weltklimarat IPCC besitzen Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, die mit Strom aus emissionsarmen Quellen angetrieben werden, über ihren gesamten Lebenszyklus das größte Klimaschutzpotential aller landgebundenen Transporttechnologien.
Emissionen
Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre.Emissionen sind die Aussendung von Stoffen (wie CO₂, Methan), Energie (Wärme, Lärm, Strahlung) oder Teilchen in die Umwelt durch natürliche Prozesse oder menschliche Aktivitäten, wobei anthropogene (menschengemachte) Emissionen, insbesondere Treibhausgase aus Verkehr, Industrie und Energieerzeugung, den Klimawandel verursachen und durch Gesetzgebung wie das Bundes-Immissionsschutzgesetz reguliert werden, um Umweltschäden zu verhindern.
Arten von Emissionen
Treibhausgase: CO₂, Methan (CH₄), Lachgas (N₂O), die zur globalen Erwärmung beitragen.
Schadstoffe: Schwefeldioxid (SO₂), Stickoxide (NOx), Feinstaub, die Luftqualität beeinträchtigen und sauren Regen verursachen können.
Andere: Lärm (vom Verkehr), Wärme (aus Kraftwerken).
Quellen von Emissionen
Menschliche Aktivitäten (anthropogen): Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas), Verkehr, Industrie, Landwirtschaft.
Natürliche Prozesse: Vulkanausbrüche, Waldbrände, Pflanzen (Sauerstoff).
Folgen und Regulierung
Klimawandel: Verstärkung des Treibhauseffekts durch Treibhausgase.
Luftverschmutzung: Schädigung der Gesundheit und Ökosysteme durch Schadstoffe.
Regulierung: Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und EU-Vorgaben zielen darauf ab, Emissionen zu begrenzen.
Energieeffizienz
Energieeffizienz beschreibt das Verhältnis von erzielt Nutzen (z. B. Wärme, Licht, Leistung) zum hierfür notwendigen Energieeinsatz. Ein hoher Wirkungsgrad minimiert Verluste, reduziert CO2-Emissionen und senkt Betriebskosten. Sie ist entscheidend für den Klimaschutz und die Energiewende, etwa durch Passivhäuser, LED-Technik oder hocheffiziente Geräte.
Entwaldung
Entwaldung
Die Abholzung der weltweiten Wälder wird hauptsächlich von bestimmten Industrien vorangetrieben, die entweder direkt Bäume fällen oder große Flächen für andere wirtschaftliche Zwecke roden. Hier sind die Hauptverursacher:
1. Landwirtschaftliche Industrie (ca. 80 % der weltweiten Entwaldung)
• Viehzucht & Rinderhaltung
o Besonders in Südamerika (Amazonas) werden riesige Flächen Regenwald für Weideflächen abgeholzt.
o Hauptsächlich zur Produktion von Rindfleisch und Milchprodukten.
• Sojaanbau
o Vor allem für Tierfutter (für Rinder, Schweine, Hühner in Europa, China und den USA).
o Nicht primär für menschlichen Verzehr, sondern als Futtermittel.
• Palmöl-Produktion
o Anbau von Ölpalmen in tropischen Regionen (Indonesien, Malaysia, Brasilien).
o Palmöl steckt in Lebensmitteln, Kosmetik, Reinigungsmitteln und sogar Biokraftstoffen.
• Industrieller Anbau von Kautschuk, Kaffee, Kakao & Tee
o Besonders in Afrika, Asien und Lateinamerika.
2. Holz- & Papierindustrie
• Tropenholz (z. B. Teak, Mahagoni, Eukalyptus, Akazie)
o Nutzung für Möbel, Böden, Bauholz, Boote etc.
• Papier & Zellstoffindustrie
o Herstellung von Papier, Pappverpackungen und Hygienepapieren.
• Illegaler Holzeinschlag
o Vor allem in Regenwäldern (Amazonas, Kongo, Südostasien).
3. Bergbau- & Rohstoffindustrie
• Gold-, Diamanten- und Bauxitabbau (Aluminiumproduktion)
o Besonders in tropischen Regenwäldern (Amazonas, Afrika, Südostasien).
• Lithium-, Kobalt- & Nickelabbau
o Wichtige Rohstoffe für Batterien (Elektroautos, Smartphones).
• Erdöl- und Erdgasförderung
o Bau von Pipelines und Bohrinseln führt zur Rodung großer Waldflächen.
4. Infrastruktur- & Urbanisierungsprojekte
• Straßenbau, Staudämme, Städtewachstum
o Besonders in Entwicklungsländern: Wälder werden für neue Städte, Straßen und Energieprojekte gerodet.
• Bau von Häfen und Industriegebieten
o Besonders in Küsten- und Regenwaldregionen.
5. Energieproduktion
• Holzkohle & Biomasse als Brennstoff
o In Afrika und Asien werden große Mengen Holz für Energiezwecke verbrannt.
• Staudammprojekte für Wasserkraft
o Fluten große Waldflächen, z. B. in Brasilien (Belo-Monte-Staudamm).
Die Haupttreiber der Entwaldung sind die landwirtschaftliche Industrie (vor allem Fleisch- & Futtermittelproduktion), Holz- & Papierindustrie, Bergbau, Infrastrukturprojekte und Energiegewinnung. Besonders der Konsum in reichen Ländern (Europa, USA, China) trägt stark zur Entwaldung in den Tropen bei.
Erneuerbare Energien
Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse, die sich natürlich erneuern.
Eutrophierung
Eutrophierung bezeichnet die
durch Nährstoffüberschuss (hauptsächlich Stickstoff und Phosphor) verursachte Überdüngung von Gewässern und Böden. Sie führt zu explosivem Algenwachstum, Sauerstoffmangel und dem „Umkippen“ von Ökosystemen. Hauptursachen sind menschliche Aktivitäten, insbesondere Einträge aus der Landwirtschaft (Gülle) und Abwässern, was in der Folge die Artenvielfalt drastisch reduziert.
Hier sind die wichtigsten Aspekte der Eutrophierung im Detail:
Definition & Ursprung: Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „gut ernährt“. Eutrophierung ist der Prozess der Nährstoffanreicherung, der im Wesentlichen durch menschliche Aktivitäten (anthropogen) beschleunigt wird, seltener durch natürliche Prozesse.
Ursachen:
Landwirtschaft: Eintrag von Stickstoff- und Phosphorverbindungen durch Düngemittel und Gülle.
Abwässer: Unzureichend geklärte Abwässer oder Waschmittel.
Luftdeposition: Nährstoffeintrag über die Luft.
Vorgang im Gewässer:
Erhöhtes Nährstoffangebot führt zu übermäßigem Wachstum von Wasserpflanzen und Algen (Algenblüte).
Abgestorbene Biomasse sinkt auf den Gewässergrund.
Bakterien zersetzen die Biomasse und verbrauchen dabei große Mengen Sauerstoff.
Es entsteht Sauerstoffmangel (Hypoxie/Anoxie).
Fische und andere Organismen sterben, es bilden sich Faulschlamm und giftige Gase (Schwefelwasserstoff), das Gewässer „kippt“ um.
Folgen: Rückgang der Artenvielfalt, Versauerung von Böden, Verlandung von Gewässern.
Gegenmaßnahmen:
Effizientere Kläranlagen (dritte Reinigungsstufe).
Reduzierung des Düngereinsatzes in der Landwirtschaft.
Entfernung von Schlamm und Algenbiomasse.
Eutrophierung ist ein ernstes Umweltproblem, das Ökosysteme wie Seen, Flüsse und Meere (z. B. Nord- und Ostsee) langfristig schädigt.
F
Fossile Brennstoffe
Kohle, Erdöl und Erdgas, die aus organischen Stoffen entstanden sind und CO₂ emittieren.
G
Gemeinwohlökonomie
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, das den Erfolg von Unternehmen nicht am Profit misst, sondern an ihrem Beitrag zum Gemeinwohl, definiert durch Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung. Sie strebt eine grundlegende Reform hin zu einer ethischen Marktwirtschaft an, die das Wohl aller Menschen und des Planeten in den Mittelpunkt stellt, statt nur auf Wachstum und Eigennutz zu fokussieren. Ein zentrales Werkzeug ist die Gemeinwohl-Bilanz, ein Bewertungssystem für Betriebe und Kommunen.
Kernprinzipien:
Werte statt Profit:
Der Erfolg wird daran gemessen, wie sehr ein Unternehmen die genannten Gemeinwohl-Werte in seiner Zusammenarbeit mit Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern und der Umwelt lebt.
Gutes Leben für alle:
Das ultimative Ziel ist eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft, in der wirtschaftliche Aktivitäten dem Wohl der Allgemeinheit dienen.
Transparenz und Partizipation:
Durch die Gemeinwohl-Bilanz werden Unternehmen dazu angeregt, ihre Praktiken offenzulegen und die Gesellschaft einzubeziehen.
So funktioniert's:
Werteorientierung:
Unternehmen orientieren sich an den fünf Säulen: Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz & Mitbestimmung.
Gemeinwohl-Bilanzierung:
Betriebe erstellen eine Bilanz, die ihre Auswirkungen auf diese Bereiche bewertet, ergänzend zur Finanzbilanz.
Anreize schaffen:
Ziel ist die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen (z.B. durch politische Reformen), die GWÖ-Unternehmen bevorzugen (z.B. durch Steuervorteile, günstigere Kredite).
Globale Erwärmung
Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur durch anthropogene Treibhausgasemissionen.
H
Hydrologischer Kreislauf
Der natürliche Wasserkreislauf zwischen Verdunstung, Niederschlag und Abfluss.
I
Infrastrukturresilienz
Die Fähigkeit von Gebäuden und Systemen, klimatische Veränderungen zu überstehen.
IPCC
IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) – Weltklimarat, der wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel sammelt und bewertet. Der IPCC hat derzeit 195 Mitgliedsstaaten. Das bedeutet, dass fast alle Länder der Welt im IPCC vertreten sind. Die Mitgliedsstaaten entsenden Wissenschaftler und Experten, die an der Erstellung der Berichte mitwirken und die Ergebnisse auf internationalen Konferenzen diskutieren.
Da der IPCC unter der Schirmherrschaft der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) steht, können alle UN-Mitgliedstaaten sowie WMO-Mitglieder beitreten.
J
K
Kipppunkte (tipping points)
Kipppunkte in der Klimakrise sind kritische Schwellenwerte im Erdsystem, bei deren Überschreitung sich Veränderungen selbst verstärken und unumkehrbar oder schwer aufzuhalten sind. Diese Prozesse können Kaskadeneffekte auslösen und das Klima auf der Erde drastisch verändern. Hier sind einige der wichtigsten Kipppunkte:
🌡 Polare und Gletscher-Eisschilde
1. Grönländisches Eisschild
o Schmilzt das Eis der Grönland-Gletscher zu stark, kann sich die Erwärmung selbst verstärken, da weniger Sonnenlicht reflektiert wird (Albedo-Effekt).
o Langfristig würde der Meeresspiegel um bis zu 7 Meter steigen.
2. Westantarktischer Eisschild
o Der Eisschild ruht teilweise auf Land unter dem Meeresspiegel. Wärmeres Wasser kann das Eis von unten abschmelzen.
o Wenn das Eis instabil wird, könnte der Meeresspiegel um 3–5 Meter ansteigen.
3. Ostantarktischer Eisschild (Teile davon)
o Bisher stabiler, aber einige Bereiche könnten durch Erwärmung instabil werden.
4. Arktisches Meereis
o Im Sommer schmilzt das Eis immer schneller. Ohne Eis absorbiert der Ozean mehr Wärme, was das Abschmelzen weiter beschleunigt.
o Auswirkungen: Mehr Hitzewellen, veränderte Wetterströme.
🌍 Ozean & Strömungen
5. Atlantische Umwälzzirkulation (AMOC, inkl. Golfstrom)
o Der Golfstrom und andere Strömungen bringen Wärme vom Äquator nach Europa.
o Süßwasser aus schmelzendem Eis könnte diese Strömungen abbremsen oder ganz stoppen.
o Folgen: Hitzewellen in den Tropen, extreme Kälte in Europa, Dürren in Afrika.
6. Korallensterben (Great Barrier Reef, Karibik, etc.)
o Durch Ozeanerwärmung und Versauerung sterben Korallen weltweit.
o Folge: Verlust von Lebensräumen für Millionen von Meerestieren.
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🌲 Wälder und Vegetation
7. Amazonas-Regenwald
o Die Kombination aus Abholzung und Trockenheit könnte den Regenwald in eine Savanne verwandeln.
o Folgen: Weniger CO₂-Speicherung, mehr Dürren, globale Temperaturerhöhung.
8. Boreale Nadelwälder (Taiga, Sibirien, Kanada)
o Erwärmung und Waldbrände könnten große Flächen der Taiga zerstören.
o Folge: Freisetzung von CO₂, weniger Kühlung der Atmosphäre.
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🌿 Methan & Permafrost
9. Permafrostböden (Sibirien, Kanada, Alaska)
o Im Eis eingeschlossenes Methan und CO₂ werden bei Erwärmung freigesetzt.
o Methan ist ein 25-mal stärkeres Treibhausgas als CO₂.
10. Methanhydrate im Meeresboden
• Große Mengen Methan sind unter dem Meeresboden gespeichert. Erwärmung könnte sie freisetzen, was die Erderwärmung massiv beschleunigen würde.
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🏜 Weitere Kipppunkte
11. Monsun-Systeme (z. B. indischer Monsun)
• Die Niederschlagsmuster könnten sich durch die Erderwärmung stark verändern, was Dürren oder Überschwemmungen verursacht.
12. Sahara & Sahel-Region
• Es gibt Hinweise, dass das Klimasystem der Sahara kippen und sich entweder stark ausdehnen oder begrünen könnte.
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🔥 Warum sind Kipppunkte gefährlich?
• Ein einmal überschrittener Kipppunkt kann nicht einfach rückgängig gemacht werden.
• Kipppunkte verstärken sich oft gegenseitig (z. B. schmelzendes Eis → mehr Erwärmung → schwächere Ozeanzirkulation → stärkere Stürme).
• Einige Kipppunkte können Lawineneffekte auslösen und die globale Erwärmung unkontrollierbar machen.
Einige Forscher befürchten, dass wir bereits gefährlich nahe an mehreren dieser Kipppunkte sind oder sie sogar schon überschritten haben.
Klimaschutz
Klimaschutz ist der Sammelbegriff für (organisatorische bzw. technische usw.) Maßnahmen, die der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung entgegenwirken und mögliche Folgen der globalen Erwärmung abmildern (Mitigation) oder verhindern sollen. Als wichtige Grenze gilt die Zwei-Grad-Schwelle, die nicht überschritten werden sollte, wenn katastrophale Auswirkungen der globalen Erwärmung verhindert werden sollen. Einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern gilt als eine der größten Herausforderungen der menschlichen Zivilisation. Da Kohlenstoffdioxid als wichtigster Treiber der gegenwärtigen Erderwärmung sehr lange in der Atmosphäre bleibt und manche Folgen des Klimawandels langfristig und irreversibel sind, werden die politischen Weichenstellungen der Gegenwart und unmittelbaren Zukunft tiefgreifende Auswirkungen für Tausende bis Zehntausende von Jahren haben
Klimasensitivität
Maß für die Temperaturänderung bei Verdopplung der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre.
Kohlenstoffsenken
Kohlenstoffsenken sind natürliche oder künstliche Systeme, die CO₂ (Kohlenstoffdioxid) aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Dadurch tragen sie zur Reduktion des Treibhausgases in der Atmosphäre bei und spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz.
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🔍 Arten von Kohlenstoffsenken
🌳 Natürliche Kohlenstoffsenken:
✅ Wälder & Bäume: Pflanzen nehmen CO₂ durch Photosynthese auf und speichern es in Biomasse (Blätter, Holz, Wurzeln) sowie im Waldboden.
✅ Moore & Feuchtgebiete: Sie speichern große Mengen Kohlenstoff in Form von Torf – solange sie intakt bleiben.
✅ Ozeane & Meere: Plankton und Algen nehmen CO₂ auf, und ein Teil wird langfristig im Meeresboden gebunden.
✅ Böden & Humus: Gesunde Böden speichern Kohlenstoff durch abgestorbene Pflanzenreste und Mikroorganismen.
🏭 Künstliche Kohlenstoffsenken:
✅ Technische CO₂-Speicherung (CCS = Carbon Capture and Storage): CO₂ wird aus Industrieabgasen gefiltert und unterirdisch gespeichert.
✅ CO₂-Entnahme aus der Luft (DAC = Direct Air Capture): Maschinen ziehen CO₂ direkt aus der Atmosphäre und speichern es langfristig.
✅ Bioenergie mit CO₂-Abscheidung (BECCS): Biomasse wird verbrannt, das entstehende CO₂ abgeschieden und gespeichert.
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⚠️ Gefahr: Zerstörung von Kohlenstoffsenken
❌ Abholzung von Wäldern führt zur Freisetzung des gespeicherten CO₂.
❌ Trockenlegung von Mooren setzt große Mengen Treibhausgase frei.
❌ Verschmutzung der Ozeane verringert ihre Fähigkeit, CO₂ zu binden.
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Kohlenstoffsenken sind essenziell für den Klimaschutz. Ihr Schutz und ihre Wiederherstellung – z. B. durch Aufforstung, Moorschutz und gesunde Böden – sind entscheidend, um die Erderwärmung zu verlangsamen.
Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist ein
nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das Rohstoffe, Produkte und Materialien durch Teilen, Reparieren, Wiederverwenden und Recycling so lange wie möglich im Kreislauf hält. Im Gegensatz zur Wegwerfwirtschaft (linear) zielt sie darauf ab, Abfälle zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Rohstoffabhängigkeit zu verringern.
Kernaspekte der Kreislaufwirtschaft:
Vermeidung und Design: Produkte werden langlebig, reparaturfreundlich und recyclingfähig gestaltet (Eco-Design), um Abfall von vornherein zu vermeiden.
10R-Prinzipien: Strategien wie Refuse (Verweigern), Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Repair (Reparieren), Recycle (Recyceln) stehen im Fokus.
Geschäftsmodelle: Nutzen statt Besitzen (Sharing Economy), Leasingmodelle und Dienstleistungen ersetzen den klassischen Verkauf.
Kreisläufe: Unterscheidung zwischen biologischen Kreisläufen (biologisch abbaubar) und technischen Kreisläufen (Materialien bleiben im Umlauf).
Vorteile: Umweltschutz, verringerte Treibhausgasemissionen, Stärkung der Resilienz von Lieferketten und Förderung regionaler Arbeitsplätze.
Politik: Die Europäische Union fördert den Wandel durch den Circular Economy Action Plan, während Deutschland eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verfolgt.
Die Kreislaufwirtschaft ist ein wesentlicher Baustein, um Klimaziele zu erreichen und den Übergang zu einer nachhaltigen Industrie zu gestalten.
Kreislaufwirtschaftsgesetz
Rückführung von Ressourcen durch Abfallvermeidung, Abfallverwertung und Abfallentsorgung.
L
Landnutzungsänderung
Veränderungen in der Nutzung von Landflächen, z. B. Abholzung von Wäldern für Landwirtschaft.
Luftverschmutzung
Belastung der Atmosphäre durch schädliche Substanzen, oft mit Auswirkungen auf das Klima.
M
Meeresspiegelanstieg
Erhöhung des globalen Meeresspiegels durch Eisschmelze und thermische Ausdehnung des Wassers.
Methan
Methan (CH₄) – Ein starkes Treibhausgas, das durch Viehhaltung, Reisanbau und Deponien freigesetzt wird.
Mikroplastik
Mikroplastik bezeichnet Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 Millimeter sind und zunehmend Umwelt sowie Organismen belasten. Es entsteht primär durch Abrieb (Reifen, Kleidung) oder den Zerfall von Plastikmüll (sekundäres Mikroplastik) sowie durch gezielte Herstellung (primäres Mikroplastik). Es findet sich weltweit in Böden, Gewässern und Nahrungsmitteln, während die gesundheitlichen Risiken für den Menschen noch erforscht werden. Wichtige Fakten zu Mikroplastik: Definition & Größe: Teilchen < 5 mm; noch kleinere Partikel (\(<1\,\mu \text{m}\)) werden oft als Nanoplastik bezeichnet.
Mischwald
Mischwald ist ein vorwiegend umgangssprachlich verwendeter Begriff für Wälder, in denen mehrere Baumarten z. B. Laub- und Nadelbäume gemeinsam vorkommen
N
NAC
Der Nordatlantikstrom (englisch: North Atlantic Current, NAC bzw. North Atlantic Gyre) ist eine warme Meeresströmung, die den Golfstrom nordöstlich bis nach Europa verlängert. Er wird durch die thermohaline Zirkulation angetrieben, die hier Atlantische Umwälzzirkulation (englisch: Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) genannt wird.
Durch seinen Wärmetransport wirkt der Nordatlantikstrom wie eine große Heizung, dank derer große Teile West- und Nordeuropas, wie Irland, Großbritannien und Skandinavien, ein wärmeres Klima aufweisen, als aufgrund ihrer hohen geographischen Breite zu erwarten wäre.
Die AMOC war während der vergangenen 8000 Jahre relativ stabil. Verlässliche Aussagen über Veränderungen im 20. Jahrhundert sind bislang nicht möglich, Trends aus Rekonstruktionen und Simulationen der Zirkulation stimmen kaum überein, eine Abschwächung der AMOC im Verlauf des 21. Jahrhunderts gilt allerdings als sehr wahrscheinlich
Nationalpark
Ein Nationalpark ist ein
großflächiges, meist staatlich geschütztes Naturgebiet von nationaler und internationaler Bedeutung. Nach dem Prinzip „Natur Natur sein lassen“ wird die Landschaft weitgehend von menschlichen Eingriffen freigehalten, um natürliche Prozesse, Biodiversität und seltene Ökosysteme langfristig zu sichern. Sie dienen dem Prozessschutz, der Forschung und sanftem Tourismus.
Kernaspekte und Definitionen:
Schutzstatus: Nationalparks sind die am strengsten geschützten Naturschutzgebiete, häufig Kategorie II der IUCN (International Union for Conservation of Nature).
"Natur Natur sein lassen": Das Hauptziel ist, die Natur sich selbst zu überlassen, damit sie sich zur Wildnis entwickeln kann.
Flächenanspruch: Sie sind großflächig, oft mit einer Kernzone, in der auf mindestens 75 % der Fläche keine menschliche Nutzung mehr stattfindet.
Ziele:
Schutz der biologischen Vielfalt und natürlicher Abläufe (Prozessschutz).
Wissenschaftliche Umweltbeobachtung und Forschung.
Umweltbildung und Erholung für Besucher (sanfter Tourismus).
Rechtliche Grundlage: In Deutschland sind sie durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG, §§ 23-27) definiert.
Unterschied zum Naturpark: Während in Nationalparks der strenge Schutz der Natur Vorrang hat, erlaubt ein Naturpark "Schutz durch Nutzung".
In Deutschland gibt es derzeit 16 Nationalparks. Der erste weltweit war 1872 der Yellowstone-Nationalpark.
Naturschutzgebiete
Naturschutzgebiete sind nach § 23 BNatSchG rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist. Sie gehören – neben Nationalparken – zu den sehr streng geschützten Flächen in Deutschland.
O
P
Permafrost
Dauerhaft gefrorene Böden, die bei Erwärmung Methan und CO₂ freisetzen können.
Permafrostböden könnten indirekt und mittelf-bis langfristig den Salzgehalt der Ozeane beeinflussen, insbesondere durch den Klimawandel und das Auftauen dieser Böden. Hier sind die Hauptmechanismen:
1. Freisetzung von Süßwasser:
o Permafrostböden speichern große Mengen gefrorenen Wassers.
o Beim Auftauen gelangt dieses Süßwasser in Flüsse und schließlich in die Ozeane.
o Dies kann den Salzgehalt regional senken, insbesondere in arktischen Meeren wie dem Nordpolarmeer.
2. Veränderung der Meeresströmungen:
o Das zusätzliche Süßwasser kann die Dichte des Meerwassers verringern und die Tiefenwasserbildung im Nordatlantik beeinflussen.
o Dies könnte langfristig ozeanische Strömungen wie die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) stören.
3. Erhöhte Nährstoff- und Kohlenstoffeinträge:
o Durch das Auftauen von Permafrostböden gelangen gelöste organische Stoffe und Nährstoffe (wie Stickstoff und Phosphor) in die Ozeane.
o Mikroorganismen zersetzen diese Stoffe, was biologische Prozesse im Meer verändert und potenziell auch die Salzkonzentration lokal beeinflusst.
4. Freisetzung von Methanhydraten:
o In Permafrostböden gebundenes Methan kann freigesetzt werden und den globalen Klimawandel verstärken.
o Dies kann wiederum die Temperatur und Verdunstung beeinflussen, was mittelbar auch den Salzgehalt der Ozeane beeinflussen kann.
Zusammenfassend: Permafrostböden beeinflussen nicht direkt den Salzgehalt der Ozeane, aber das Schmelzen von Permafrost kann über veränderte Süßwassereinträge, Meeresströmungen und chemische Prozesse den Salzgehalt lokal und global beeinflussen.
Planetarer Belastungsrahmen (planetary boundaries)
Der planetare Belastungsrahmen (Planetary Boundaries) definiert neun ökologische Grenzen, innerhalb derer sich die Menschheit sicher bewegen kann, ohne die Stabilität des Erdsystems gefährden. Wissenschaftler identifizierten Bereiche wie Klimawandel, Biodiversität, Frischwasser und Schadstoffe
. Derzeit sind sieben von neun dieser Grenzen durch menschliche Aktivitäten überschritten, was das Risiko unumkehrbarer Umweltveränderungen erhöht.
Die neun planetaren Belastungsgrenzen:
Klimawandel: Überschritten.
Integrität der Biosphäre (Biodiversität): Überschritten.
Störung der Stoffkreisläufe (Stickstoff/Phosphor): Überschritten.
Landnutzungswandel: Überschritten.
Süßwasserverbrauch: Überschritten (grünes und blaues Wasser).
Freisetzung neuartiger Substanzen (z.B. Plastik, Chemikalien): Überschritten.
Ozeanversauerung: Kritisch.
Atmosphärische Aerosolbelastung: Noch nicht global überschritten.
Abbau der Ozonschicht: Derzeit innerhalb der Grenzen.
Kernpunkte:
Sicherer Handlungsraum: Ziel ist es, die Stabilität des Holozäns zu erhalten.
Kipppunkte: Werden Grenzen überschritten, drohen unumkehrbare Prozesse.
Aktuelle Lage: 2023/2024 wurde berichtet, dass sieben von neun Grenzen überschritten sind.
Postwachstumsökonomie
Die Postwachstumsökonomie ist ein Konzept der Nachhaltigkeit, das eine Wirtschaftsweise ohne Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (\(BIP\)) anstrebt. Sie zielt darauf ab, industrielle Wertschöpfung zu reduzieren, lokale/regionale Versorgungsstrukturen zu stärken (Subsistenz) und den Konsum zu begrenzen, um ökologische Grenzen einzuhalten und Lebensstile zu de-globalisieren. Kernmerkmale und Säulen: Suffizienz & Entkopplung: Statt auf technisches "grünes Wachstum" zu setzen, wird der Konsum durch Suffizienz (genug haben) aktiv minimiert.Stabile Versorgung: Das Ziel ist eine Stagnation oder ein "Gesundschrumpfen" (Degrowth) auf hohem, aber reduziertem Niveau.Regionalisierung: Verkürzte Wertschöpfungsketten, Eigenarbeit (Reparieren, Do-it-yourself) und Gemeinschaftsnutzung (Sharing).Strukturwandel: Reduktion industrieller Produktion bei gleichzeitiger Umverteilung von Erwerbsarbeit (z.B. 20-Stunden-Woche). Entstehung und Ziele:
Pyrolyse
Die Pyrolyse ist ein thermochemisches Verfahren, bei dem organische Materialien wie Kunststoffe oder Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff und bei hohen Temperaturen (meist > 300-500 °C) in kleinere Moleküle zersetzt werden. Es entstehen nutzbare Pyrolyseöle, Gase und Feststoffe, was das Verfahren zur Rohstoffwiedergewinnung und Selbstreinigung von Backöfen (Verbrennung von Fettrückständen zu Asche) nutzbar macht.
Wichtige Aspekte der Pyrolyse:
Funktionsweise: Durch Hitzeeinwirkung (thermische Zersetzung) ohne Sauerstoff (keine Verbrennung/Oxidation) werden chemische Bindungen aufgespalten.
Anwendungsgebiete:
Backöfen: Selbstreinigung bei ca. 500 °C.
Industrie/Recycling: Umwandlung von Kunststoffabfällen in Rohstoffe (Chemisches Recycling).
Energie: Herstellung von Pyrolyseöl oder -gas aus Biomasse.
Prozessstufen: Langsam ( 600 °C).
Vorteile: Hohe Materialeinsparung, gründliche Reinigung ohne chemische Mittel.
Nachteile: Sehr hoher Energiebedarf, hohe Investitionskosten.
R
Regenwald
Biodiversitätsreiches Ökosystem mit hoher Niederschlagsmenge, das große Mengen CO₂ speichert.
Ressourceneffizienz
Effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen zur Minimierung von Umweltbelastungen.
S
SCOPE
In der Klimadiskussion steht SCOPE für Scientific Committee on Problems of the Environment. Es handelt sich um eine internationale wissenschaftliche Organisation, die sich mit Umweltproblemen und deren Lösungen befasst.
Überblick zu SCOPE:
• Gegründet wurde SCOPE 1969 als Teil des International Council for Science (ICSU), heute Teil des International Science Council (ISC).
• Ziel ist die wissenschaftliche Bewertung globaler Umweltprobleme, insbesondere im Zusammenhang mit Klimawandel, Biodiversität, nachhaltiger Entwicklung und chemischer Belastung.
• SCOPE erarbeitet Berichte, die als wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungen dienen, ähnlich wie die Berichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change).
SCOPE hat in der Vergangenheit umfassende Analysen zu Themen wie Treibhausgasemissionen, Kohlenstoffkreislauf, Biodiversitätsverlust und nachhaltiger Landnutzung veröffentlicht.
Strahlungsantrieb
Veränderung des Energiehaushalts der Erde durch natürliche oder anthropogene Faktoren wie Treibhausgase.
Der Strahlungsantrieb, ganz einfach ausgedrückt, quantifiziert den Unterschied zwischen der Energie, die in die Erdatmosphäre gelangt, und der Energie, die wieder zurückstrahlt. Die beiden Hauptfaktoren für den Strahlungsantrieb sind der Treibhauseffekt, der positiv zum Strahlungsantrieb beiträgt, d.h. mehr Sonnenenergie einfängt, und Aerosole, die das Gegenteil bewirken und negativ beitragen
Der Strahlungsantrieb (auch radiative forcing genannt) ist ein Maß für die Änderung des Energiehaushalts der Erde durch natürliche oder anthropogene (menschengemachte) Einflüsse. Er beschreibt die Differenz zwischen der einfallenden Sonnenstrahlung und der von der Erde reflektierten oder abgestrahlten Energie.
Positive und negative Strahlungsantriebe
• Positiver Strahlungsantrieb bedeutet, dass mehr Energie in die Erdatmosphäre gelangt als entweichen kann, was zu einer Erwärmung der Erde führt. Dies ist z. B. durch Treibhausgase wie CO₂, Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) der Fall.
• Negativer Strahlungsantrieb führt zu einer Abkühlung, da mehr Energie reflektiert oder abgestrahlt wird. Dies geschieht beispielsweise durch Aerosole (Schwefelpartikel) oder eine erhöhte Albedo (z. B. durch Eis- und Schneebedeckung).
Wichtige Einflussfaktoren
1. Treibhausgase erhöhen den positiven Strahlungsantrieb, indem sie die von der Erde abgegebene Wärmestrahlung absorbieren und zurückhalten.
2. Aerosole reflektieren Sonnenlicht und wirken oft abkühlend (negativer Strahlungsantrieb).
3. Änderungen der Landnutzung, wie Abholzung oder Urbanisierung, beeinflussen die Reflexionseigenschaften der Erdoberfläche.
4. Sonnenaktivität kann die Strahlungsintensität der Sonne verändern.
5. Vulkanische Eruptionen setzen Partikel frei, die Sonnenstrahlung reflektieren und die Erde kurzfristig abkühlen.
Strahlungsantrieb in Zahlen
• Laut IPCC-Berichten liegt der anthropogene Strahlungsantrieb durch Treibhausgase seit der industriellen Revolution bei etwa +2,72 W/m² (Stand: AR6, 2021).
• Der stärkste Einfluss kommt von CO₂ mit etwa +1,82 W/m².
• Aerosole haben einen kühlenden Effekt von ca. -1,0 W/m².
Der Strahlungsantrieb ist eine zentrale Kenngröße zur Bewertung des Klimawandels und wird genutzt, um Szenarien für zukünftige Temperaturentwicklungen zu berechnen.
T
Treibhauseffekt
Natürlicher und durch Menschen verstärkter Effekt, bei dem Treibhausgase Wärmestrahlung in der Atmosphäre zurückhalten.
U
V
Versauerung der Böden
Abnahme des pH-Werts von Böden durch sauren Regen und intensive Landwirtschaft.
Versauerung der Ozeane
Die Versauerung der Ozeane ist eine direkte Folge des Klimawandels, weil sie durch den steigenden CO₂-Gehalt in der Atmosphäre verursacht wird. Hier ist, wie das zusammenhängt:
1. Erhöhte CO₂-Konzentration in der Atmosphäre
Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas), Abholzung von Wäldern und industrielle Prozesse steigt der Anteil von Kohlendioxid (CO₂) in der Atmosphäre. Ein Teil dieses CO₂ wird von den Ozeanen aufgenommen.
2. Chemische Reaktion mit Meerwasser
Das aufgenommene CO₂ reagiert mit Wasser (H₂O) und bildet Kohlensäure (H₂CO₃):
CO2+H2O→H2CO3CO₂ + H₂O →H₂CO₃
Diese zerfällt weiter in Hydrogen- (H⁺) und Bicarbonat-Ionen (HCO₃⁻):
H2CO3→H++HCO3−H₂CO₃ →H⁺ + HCO₃⁻
Der Anstieg der H⁺-Ionen führt zu einer Senkung des pH-Werts, also zur Versauerung.
3. Folgen für marine Ökosysteme
o Kalkbildende Organismen sind besonders betroffen: Viele Meeresbewohner wie Korallen, Muscheln, Schnecken und Planktonarten nutzen Karbonat-Ionen (CO₃²⁻) zur Bildung von Kalkschalen und Skeletten (Calciumcarbonat, CaCO₃). Durch die Versauerung nimmt die Verfügbarkeit von Karbonat-Ionen ab, was die Kalkbildung erschwert oder sogar bestehende Strukturen auflöst.
o Korallenriffe sterben ab: Die Riffstrukturen werden schwächer, was die gesamte marine Biodiversität gefährdet.
o Fischpopulationen und Nahrungsketten werden gestört: Viele Fischlarven sind empfindlich gegenüber pH-Wert-Veränderungen, was langfristig Fischbestände und damit auch die menschliche Fischerei bedroht.
Fazit:
Die Versauerung der Ozeane ist eine direkte Folge des erhöhten CO₂-Gehalts in der Atmosphäre, der durch menschliche Aktivitäten ansteigt. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung für marine Ökosysteme dar und verstärkt die negativen Auswirkungen des Klimawandels.
W
Wiederbewaldung, Wiederaufforstung
Anpflanzung von Bäumen zur Regeneration zerstörter Wälder und CO₂-Speicherung.
Z
Zusätzlicher Treibhauseffekt
Der zusätzliche Treibhauseffekt entsteht durch die vom Menschen verursachte Erhöhung der Konzentration von Treibhausgasen wie CO₂, Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) in der Atmosphäre. Diese Gase verstärken den natürlichen Treibhauseffekt, indem sie mehr Wärme in der Erdatmosphäre zurückhalten, anstatt sie ins All abstrahlen zu lassen. Dies führt zu einem globalen Temperaturanstieg und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Hauptquellen sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe, die Abholzung von Wäldern und industrielle Prozesse.
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